Rolfing® und Sport
     

    Sporttreibende Menschen berichten oftmals, dass Rolfing ihre Koordinationsfähigkeit und Beweglichkeit gefördert habe. Ob dies nun der Profisportler, die skifahrende Studentin, der tennisspielende Kaufmann oder die bauchtanzbegeisterte Ärztin ist: ein grösseres strukturelles Gleichgewicht und die  fliessendere, harmonische Muskelaktivität münden vielfach in mühelosere, effektivere und anmutigere Bewegungen.

    Viele Spitzensportler haben vom Rolfing profitiert. Unter ihnen:  

    • Eiskunstläuferin Michelle Kwan (olymp. Gold, Weltmeisterin 1996, 1998 und 2000)
    • Eiskunstläufer Brian Orser (olymp. Silber 1984 u. 1988, Weltmeister 1987) Weitspringer Joe Greene (olymp. Bronze 1996)
    • der frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Ivan Lendl.        
                                                            


    Sportrelevante Untersuchungen über die Wirksamkeit der Rolfing-Methode der Strukturellen Integration

    a) V.Hunt und W.Massey , California University, Los Angeles 1977:
        Untersucht wurden: Dauer und Amplitude der     Nervenaktivität beim Gehen, Heben, Sitzen, Werfen.     Filmaufnahmen in Zeitlupe.

        Gerolfte Personen wiesen gegenüber einer Kontrollgruppe     folgendeMerkmale auf:  

    • kürzere und krafteffizientere Muskelkontraktionen bei Bewegungen. Fliessender Energieabschwung bei Muskelentspannung, besonders bei Bewegungen mit aufrechterhaltener und rhythmischer Kontraktion.
    • sparsamer dosierte Muskelaktivität, weniger Energieverbrauch in Körperbereichen, die nicht direkt in die Bewegung einbezogen sind, besonders bei den Antigravitationsmuskeln und den jeweiligen Antagonisten.
    • Bewegungen sind fliessender, weniger erzwungen und geräumiger.
       

    b) J.Silverman u.a., USA (aus: Confinia Psychiatrica 1973):
        EEG, biochemische Tests und Persönlichkeitstests

        Gerolfte Personen wiesen gegenüber einer Kontrollgruppe     folgende Merkmale auf: 

    • Spontanere, offenere rhythmischere Reaktionen auf Umgebung und eigene kinestäthische und proprioceptive Sensationen.
    • Stressreaktionen waren angemessener und flexibler.

       Jose Augusto Menegatti , der frühere Trainer der brasilianischen  Volleyball-Nationalmannschaft (1989 Weltranglistendritte), der heute selbst als Rolfer arbeitet, äusserte sich in einem Interview zum Rolfing.

    Auf die Frage, inwiefern Rolfing das Spiel eines Volleyballspielers verbessern kann, sagte er:

      ,,Die Spieler verbringen normalerweise ihre Zeit damit, Teile ihres Körpers zu entwickeln - stärkere Arme, bessere Beine usw. Rolfing bringt dem Spieler  die umfassendere Wahrnehmung eines integrierten Körpers. Diese Bewusstheit erlaubt Athleten ihre Stärke in einer ausbalancierten Art und Weise zu gebrauchen, mit grösserer Bewegungsfreiheit und mehr Effektivität.

      Rolfing setzt einen Athleten ausserdem in den Stand, besser zu atmen. Dies  reduziert Ermüdungserscheinungen und erlaubt kürzere Erholungszeiten. Ein weiterer Faktor ist, dass Atemmuster sich, entsprechend dem Grad der Anspannung verändern, die ein Athlet jeweils empfindet. Gerolfte Spieler sind sich ihres Atems mehr gewahr und sind daher besser in der Lage, zu entspannen und ihren Grad an Stress zu kontrollieren.

      Die Hauptsache ist die, dass Rolfing im Körper Räume öffnet, so dass die Spieler sich auf integrierte Art und Weise bewegen können. Und ich meine  hier integriert nicht nur im körperlichen Sinne. Ich meine die ganze Person. Diese höhere Ebene von Integration in jedem Mitglied der Mannschaft  fördert eine Situation, in der der Respekt untereinander grösser wird. Die Spieler spüren, dass der Vorteil kooperativen Verhaltens höchst wichtig ist. Und so versucht keiner sich als Star herauszustellen, was das Team Punkte kosten kann.

      Freilich ist nicht jeder bereit für Rolfing. Denn Rolfing bringt Veränderungen und stimuliert persönliche Entwicklung. Und nicht jeder ist bereit dazu."
       

    Beispiele ungünstiger Bewegungsmuster bei Sportlern:

  • Der Körper als Ganzes und bestimmte Regionen verkürzen sich in der Bewegung statt sich zu verlängern.
  • Bewegung wird von äusseren Muskeln her initiiert (statt von inneren). Folgen: mangelnde Koordination, vorzeitige Ermüdung, wenig Krafteffizienz.
  • "parasitäre" Muskelarbeit (Beispiele: verkrampfte Kiefermuskulatur, festgehaltene Schultern beim Rennen). Folgen: Energieverschwendung, erhöhte Verletzungsgefahr, Gelenkverschleiss.

  • Verspannte Kaumuskeln und Schulten bei den Läufern 1, 3 und 5 (von li. nach re.), während die entsprechenden Muskeln der Läufer 2 und 4 entspannt sind.

  • die horizontalen Diaphragmen (Beckenboden, Zwerchfell, Mundboden) sind häufig übertonisiert. Folge: mangelnde Flexibilität in HWS, LWS und Kniegelenken
  • Becken/Hüftglenke und/oder BWS sind zu unbeweglich. Folge: Verletzungsgefahr für Knie, Iliosakralgelenke und LWS.
     

    Folgen von Sportverletzungen für Körperstruktur und      Bewegung:

  • Ständig wiederholte Bewegungsabläufe führen zu strukturellen Veränderungen, die häufig unerkannt bleiben und deshalb zu Symptomen führen. Beispiel Tennisarm.
  • Muskelverletzungen führen zu Verklebungen benachbarter myofaszialer Strukturen, was lokal Beweglichkeit und Stoffwechsel einschränkt und zur „parasitären" Beteiligung benachbarter Muskelgruppen führt.
  • Es wird in der Rehabilitation zu wenig berücksichtigt, dass Verletzungen und Operationen über das myofasziale Netz weitreichende strukturelle und propriozeptive Wirkungen in anderen Körperregionen haben.
  • Ungünstige Bewegungsmuster werden oft nicht erkannt und führen zu erhöhter Verletzungsgefahr und Gelenkverschleiss. Beispiel Schmerzen bei Läufern: Fast immer ist die Fibula nicht beweglich genug.
  • Karlis Ullis, Team-Arzt der US-amerikanischen Olympiamannschaft Sommer 1992 über den Nutzen des Rolfing für Sportler:

      "Rolfing ist für Spitzensportler wertvoll, weil es Narbenbildung und Verschiebungen des myofaszialen Gewebes, die vom Training, vom Wettkampf und von Verletzungen herrühren, entgegenwirkt."

    Gerold Schwarz, Orthopäde und Mannschaftsarzt der Bundesliga-Mannschaft des HSV (2004):

      "Rolfing ist eine ausgezeichnete Prävention und Behandlung von chronischen Beschwerdebildern. Wir Ärzte können den Schaden an der Strukur beheben, die Entzündung, den akuten Bandscheibenvorfall. Aber wenn Sie länger als ein Jahr unter einem eingeklemmten Ischiasnerv gelitten haben, dann ist daraus ein chronisches Schmerzsyndrom geworden. Dagegen komme ich mit Spritzen nicht an, dazu braucht es die beharrliche Körperarbeit eines Rolfers."
       

    Bemerkungen zum Krafttraining:

    Krafttraining hat eher negative Folgen:

  • die bestehenden personenspezifischen Defizite der Körperstruktur werden verstärkt, da die Art der Übungsbewegung bestehenden fixierten myofaszialen und neuralen Mustern folgt.
  • Krafttraining bezieht sich meist auf die äussere Muskulatur. Die innere Muskulatur bleibt „inkompetent".
  • Der neurale Aspekt von Bewegungsqualität wird nicht genügend angesprochen; Proprioception und Exteroception werden vernachlässigt bzw. stumpfen eher ab.
  • Asymmetrische Muskelzüge an Gelenken werden verstärkt.
  • Überentwickelte Muskeln führen zu schmerzhaften Überdehnungen der Muskelfaszien.
  • die Unterschiedlichkeit der Ernährung des Gewebes in verschiedenen Körper- bzw. Muskelregionen wird verstärkt.
  • Gelenkspiel und -stoffwechsel werden eingeschränkt durch strukturelle myofasziale Verkürzungen.


nach oben